Team SKS Sauerland NRW: Jon Knolle fährt 400 Kilometer an einem Tag und gibt einen Statusbericht ab

Trotz Rennpause sind die Sportler des Team SKS Sauerland NRW weiter im Training.
Mit ungewöhnlichen Aktionen versuchen die einzelnen Fahrer die freie Zeit zu überbrücken und in Form zu bleiben. Rund die Hälfte der Fahrer nimmt an der
neuen virtuellen Bundesliga teil, die anderen Athleten fahren lange Einheiten und versuchen mit intensiven Anschnitten die Rennhärte zu behalten.

Das Jon Knolle besonders fleissig ist, zeigte er am vergangenen Wochenende. Nachdem er am Samstag im Online-Einsatz um Liga Punkte kämpfte, fuhr er am Sonntag eine Trainingstour über 400 Kilometer! Bei der extrem langen Einheit ging es für Knolle bis nach Düren und zurück. Vor Ort absolvierte er die originale Strecke von “Rund um Düren“. Dort hätte Anfang des Monats der Bundesliga-Auftakt stattfinden sollen. Genau 13 Stunden und 59 Minuten benötigte das Talent für seine Fahrt.

Jon Knolle startet bereits im 3. Jahr für das Team SKS Sauerland NRW. Er kommt aus der Nachwuchsschmiede des RSV Unna und wurde im letzten Jahr Zeitfahrmeister von NRW. Anbei ein Statusbericht des 21-jährigen Tempomachers:

 


Statusbericht – Corona (April 2020)

“Mein Name ist Jon Knolle. Ich fahre für das KT Team SKS Sauerland. Und wie jeden Bereich des Lebens hat Corona auch die Radsportwelt eingefroren. Was macht
das Virus mit mir? Wie beeinflusst es meinen Alltag?

Grundsätzlich haben wir Radfahrer den Vorteil, dass der Kern unseres Sports an der frischen Luft stattfindet. Und das wichtigste: Allein. Natürlich trainiert jeder auf Ziele, in Form von Rennen hin. Das einfache Radfahren wird durch das Corona Virus jedoch so gut wie gar nicht beeinträchtigt. Und mehr noch: Trainingsausfahrten zu zweit sind erlaubt.

Nach den ersten Rennabsagen, brach zwar zunächst der Traum von einer erfolgreichen Saison zusammen, mit jedem Tag mehr, lerne ich jedoch besser mit der Situation umzugehen. Endlich kann ich einfach nur Radfahren, ohne Stress, ohne Druck, ohne große Erwartungen. Gerade für den Kopf sehe ich Corona als
eine Chance. Eine Chance neue Dinge auszuprobieren, eine Phase für Experimente, für Kreativität. In einer Zeit ohne Radrennen, entdecken viele Radsportler die Online-Plattform Zwift. In einer virtuellen Welt besteht die Möglichkeit, gegen Radfahrer auf der ganzen Welt Rennen zu fahren.

Auch wir aus dem Team Sauerland fahren zur Zeit mehrere Rennen auf dem Smart-Trainer, der Rolle. Vor ein paar Tagen wurde die Rennserie der deutsche Radbundesliga aus der Schockstarre befreit. An den nächsten vier Samstagen finden virtuelle Rennen statt. Eine Chance für uns Radsportler uns mit der
nationalen Konkurrenz zu vergleichen.

Neben Zwift zeichne ich schon fast fünf Jahren meine sportlichen Aktivitäten mit der GPS-Tracking-App Strava auf. In der rennfreien Zeit müssen andere Herausforderungen her. Auf Streckensegmenten messe ich mich mit anderen Radfahrern aus der Region. Stresshormone kitzeln, den Körper ans Limit bringen, fehlende Rennen kompensieren – zumindest ansatzweise. Und all diese Möglichkeiten schaffen ja auch wieder neue Motivation. All das sind Rettungsringe in dieser außergewöhnlichen Zeit.

Corona ist keine blinde Katastrophe, für mich persönlich ist Corona eine unvorhergesehene Chance für den Kopf, durch die ich noch stärker zurückzukommen kann.“

 

Foto: Stefan Rachow

 


 

kind regards / C наилучшими пожеланиями!/ mit sportlichen
Grüßen / met vriendelijke groet

 

Jörg Scherf
geschäftsführender Gesellschafter/ CEO

 

 

 

 

 

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