Vision der CTF und RTF 2020

An dieser Stelle möchte ich mich über die Zukunft und Vision des Rad- und Countrytourenfahren beschreiben.

Bestandsaufnahme der jetzigen Situation!
Wir alle merken es deutlich, der Radtourenbereich in den Vereine veraltet zusehest. Viele Vereine aus der Neuentwicklung des Tourenfahrern in den siebziger und achtziger Jahren leiden unter der Überalterung oder geben gleich den Sportbetrieb auf. In den Traditionellen Radsportvereinen konnten die RTF Fahrer nie richtig Fuß fassen und wurden als gern gesehene „Nettozahler“ begrüßt. Aber auch hier ist ein deutlicher Mitgliederrückgang zu verzeichnen. Und ganz zum Schluss, aufgrund der hohen Kosten der Verbandsmitgliedschaft und Wertungskarte (rund 30€) melden sich viele Sportlerinnen und Sportler ab und nehmen als Vereins und Freizeitfahrer an RTF Veranstaltungen teil. Dieses zusammen gibt einen Schwund von Interessierten Freizeitsportlern die nur noch Optional zur RTF kommen.

Was können wir hier ändern?
Als erstes ist deutlich zu sagen, die Qualität der durchgeführten RTF Veranstaltungen ist gut. Strecken, Kontroll- und Verpflegungsstellen und die Versorgung im Start und Zielbereich überzeugen durch viel Liebe zum Detail und Sorgen für Spaß der Teilnehmer bei der Veranstaltung. Was wir, das heißt Verein, Bezirk, Verband und BDR ist neue Zielgruppen für das Organisierte Radfahren zugewinnen.
 

Wer und was sind diese neuen Zielgruppen?

Fangen wir hier bei den jüngsten an. Auch wenn viele Schüler- und Jugendfahrer mit dem MTB unterwegs sind, sollten diese gezielt in Schulen und Freizeitsportgruppen angesprochen werden. Das kann durch ein Wettbewerb der Schulen sein oder auch direkte Gespräche mit Schulleitungen. Hier kann das Deutsche Jugend Radsportabzeichen helfen. Den die Bedingungen dieses zu vermitteln sollte nicht so schwer sein.

Die nächste Zielgruppe für das Tourenfahren sind Frauen. Den Drang nach Bewegung mit dem Trekking oder Rennrad sind hier sehr groß. Nicht umsonst fahren viele Sportlerinnen Spinning in den Fitnessstudios. Spezielle Werbung in Studios sollte hier neue Teilnehmer für die RTF zu gewinnen.

Als vorletztes sind es die mittlere Alterschicht der 35 bis 45 jährigen. Diese Personenkreis steht nach Familie und Karriere durchaus der Sinn sich sportlich zu beweisen. Hier sollte eine sportliche Bühne im Verein, Bezirk und LV entstehen um die erbrachten Leistungen zu würdigen. Hierzu muss in den nächsten Jahren ein umdecken was es an Jahresehrungen und Auszeichnungen zu geben hat. Die einfach Mannschaftswertung reicht dazu nicht aus. Hier sollte klar der sportliche Anspruch des Tourenfahrens im Vordergrund stehen.

Die letzte Zielgruppe die wir für den RTF Sport gewinnen können, sind die zunehmenden Besitzer von Elektrofahrräder und Pedelecs. Derzeit werden massenhaft dieser Räder im Handel verkauft, was wir als Veranstalter machen müssen ist diese Potentiellen „Neu Radfahrer“ an die Hand zu nehmen und die kleinen
Strecken über 20 und 40 km besonders auszuschreiben. Da die Batteriekapazitäten begrenzt sind sollte dies auch genügen. Angst das dieser Personenkreis bei RTF Jahreswertungen vorne mitmischt habe ich dabei nicht, den bei diesen Sportlerinnen und Sportler sollte klar der Spaß an der Bewegung im Vordergrund stehen. Ob sich durch diese Maßnahmen auch Mitglieder gewinnen lassen, hängt davon ab ob die hohen Kosten den RSV NRW begrenzt werden können. Dazu ob neue Wertungskriterien auf Bezirks- und Landesverbandsebene möglich sind.

Country Tourenfahrern 2020
Die Vision für das Country Tourenfahren fällt gänzlich anders aus. Für mich Positiv haben viele Vereine erkannt, wie viel Möglichkeiten in dieser Sportart steckt. Erstrecht die Westfalen Winter Bike Trohpy mit Teilnehmerzahlen bis zu 700 Starter zeigen, dass hier viele das gefunden haben was sie als Mountainbiker gesucht haben. Wichtig mir dabei ist, dass die Strecken nicht so anspruchsvoll werden und so Einsteiger abschrecken. Das soll nicht heißen, dass es nur Kuschel CTFs geben soll, aber der Teilnehmer, Teilnehmerin und erst recht Schüler und Jugendfahrer sollen eine Tour gut überstehen. Zur Zeit gibt es noch viele weiße Flecken auf der Veranstalterkarte. So finden, außer beim PSV Iserlohn und TuS Neuenrade, keine weiteren CTFs im Sauerland statt. Hier sollten Veranstaltergemeinschaften gebildet werden um auch dort Veranstaltungen anzubieten.

Im weiteren muss auch hier auf Vereins, Bezirks und Landesebene die Möglichkeiten geben Ranglisten zu erstellen. Daran ist nachhaltig zu arbeiten. Dies ist ein kleiner Ausblick auf die nächsten Jahre. Sicher sind viele Punkte noch nicht bis ins letzte bedacht, aber wenn wir jetzt nicht damit anfangen, wann dann?
In diesem Sinn wünsche ich eine offene Diskussion damit wir alle den RTF/CTF Sport in den nächsten Jahren wieder mehr in den Vordergrund zu stellen können.

 

Norbert Schnitzmeier

 

 

 

 

 

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